Home
Grimoire Tracker

Geist-Fragment: Das Dunkle Zeitalter 2

Legendary card
10 points

Lokens Männer fanden Jaren Ward in dem Hof, an dem alles begonnen hatte.

Neun Pistolen richteten sich auf ihn. Neun kalte Herzen, die auf den Befehl warteten. Magistrat Loken stand hinter ihnen und sah sehr zufrieden mit sich selbst aus.

Jaren Ward stand da in Stille. Sein Geist lugte über seine Schulter.

Loken schaute die Menge an, bevor er vorwärts trat, so als ob er den Grund für sich beanspruchte - seinen Grund und Boden. „Du glaubst mir nicht?“ Seine Stimme klang gehässig. „Dies hier ist nicht dein Zuhause.“

Ich erinnere mich an Lokens Gestik, als er sprach. Eine Show aus allem machend.

Alle anderen waren still. Leise.

Ich zupfte am Ärmel meines Vaters, doch er verstärkte nur seinen Griff an meiner Schulter, dass es schmerzte. Seine Art mir mitzuteilen, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt war.

Ich hatte in den letzten Monaten jede Bewegung von Jaren beobachtet, hatte mir seine mühelosen Gesten und unauffälligen Angewohnheiten gemerkt. So etwas wie ihn hatte ich noch nie zuvor gesehen. Er war etwas, das sich meinem Verständnis entzog und doch fühlte es sich an, als ob ich in dem Moment, in dem ich ihn sah, alles verstehen würde. Er war mehr als wir. Nicht besser. Nicht überlegen. Nur mehr.

Ich wollte, dass Vater dem Geschehen ein Ende setzte. Wenn ich mich jetzt so zurückerinnere, erkenne ich, dass er es nicht aufhalten wollte. Niemand wollte es.

Während Loken Jaren Ward niedermachte, ihn verspottete, seine Verbrechen und Sünden aufzählte, waren meine Augen auf Jarens Pistole, die von seiner Hüfte hing, geheftet. Seine ruhige Hand lag still an seinem Gürtel.

Ich erinnerte mich an das Gewicht der Pistole. Mühelos. Und meine Bedenken verflogen. Ich verstand.

„Dies ist unsere Stadt! Meine Stadt!“ Loken schrie nun. Er wollte Jaren vorführen - um den Bewohnern von Palamon eine Lektion in Sachen Gehorsam zu erteilen.

Jaren sprach; deutlich, gefasst. „Nicht mehr.“

Loken lachte verächtlich. Er hatte schließlich neun Pistolen auf seiner Seite. „Sind das also deine letzten Worte, Junge?“

Die Bewegung war blitzschnell, wie ein Kettenblitz. Jaren Ward sprach, während er sich bewegte. „Deine. Nicht meine.“

Rauch stieg aus der Mündung von Jarens Revolver auf.

Loken schlug hart auf dem Boden auf. Ein dunkles Loch in seiner Stirn. Seine Augen in die Ewigkeit starrend.

Jaren blickte auf die neun Pistolen, die auf ihn gerichtet waren. Einer nach dem anderen ließ den Arm senken. Und der Rest meines Lebens begann dort, wo, in ein paar Jahren, so viele Leben beendet werden würden.