Hazeema
„Verdammt.“ Hazeema starrte auf die gelben Fraktale, die aus ihrer heißen Pfanne liefen. „Die Eier sind abgestürzt. Schon wieder.“
Loe betrat aus einem privaten Nebenserver den Raum und öffnete ein Datenfenster. „Du bewegst sie zu viel.“
„Ich bewege sie genauso viel wie auf der Wachseite.“ Sie öffnete die Metadaten der Pfanne und löschte das Chaos. „Du sagtest, du hättest den Algorithmus repariert, bevor ich ihn geöffnet habe.“
„Die Flüssigkeit ist in Ordnung“, ächzte Loe. „Wir simulieren Flüssigkeiten schon seit Jahrhunderten. Was du willst, ist die Position von einer Milliarde Partikeln und dann auch noch ihr Verhältnis zu Zeit und Temperatur. Für jede Zutat in jeder Mahlzeit.“
„Denn genau das macht das Kochen aus!“ Hazeema seufzte und stützte sich auf die Küchenzeile. Ein virtuelles Restaurant war eine lächerliche Idee, aber ihr Beruf als Köchin – das Vermächtnis ihres Vaters – war alles, was sie kannte und auf dieser Welt liebte.
Loe rief ein Verzeichnis auf und präsentierte ein Dutzend Gerichte mit Eiern auf der Küchenzeile. „Benutz einfach die von vor der standardmäßigen Herstellung. Sie sind perfekt.“
„Deshalb wird simuliertes Essen von allen gehasst. Jedes Omelette ist der gleiche Scan! Es gibt keine Abweichungen. Keine Fehlschläge. Keine glücklichen Zufälle. Die Leute wollen keine Perfektion. Sie wollen das Streben nach Perfektion.“
„Zu dumm, dass sie die Erfahrung nicht probieren können, wie es ist, mit dir zu arbeiten“, murmelte Loe.
Hazeema blickte auf.
Loe rieb sich die Schläfen. „Tut mir leid. Das war unangebracht.“
„Nein, das ist gar keine schlechte Idee.“ Sie lud eine neue Pfanne und Eier. „Hast du eine von diesen affektiven Psykorder-Apps, die für Therapien verwendet werden?“
„Ja.“
„Fahr sie hoch.“ Sie stellte die Pfanne auf den Herd, ließ etwas Butter hineinfallen und schlug die Eier über einer Schüssel auf. Sie befolgte die fundamentalen Regeln des Kochens, die ihr das wohlbekannte Gefühl von Zufriedenheit und Sinn verschafften. Kurz darauf folgten der Absturz und die Eier-Fraktale.
Hazeema pausierte die Aufnahme und lud ihre kurze emotionale Reise in eines der standardmäßig erstellten Omelettes, das auf der Küchenzeile stand. „Probier mal.“
Loe trennte ein Stück mit einer Gabel ab und biss zögerlich ab. Loes Augen verdrehten sich beim Durchlaufen der sich verändernden, aufgenommenen Emotionen – vom Höhepunkt der warmen Familienerinnerung bis hin zur bitteren Aufgabe im Angesicht des Scheiterns. „Das ist … definitiv etwas Neues.“