Caiatl I
Das verkommene Schicksal hat uns erneut zusammengeführt, Hüter. Wie ich nur den Nervenkitzel vermisst habe, meine Kabale gegen deine unerschütterliche Flut von Hütern antreten zu lassen, ob Waffenstillstand oder nicht.
Doch im Sinne von Zavalas neu beschlossenem Waffenstillstand überbringe ich Nachrichten, die von meinen Kabal-Spähern übermittelt wurden. Meine Truppen haben kürzlich die Überreste eines männlichen Menschen auf Nessus gefunden, der mit Schar-Techniken und Werkzeugen fast bis zur Unkenntlichkeit viviseziert wurde. Unsere Wissenschaft identifiziert ihn als euren Wächter des Immerforsts, Osiris.
Auch wenn ich nicht in die Details unserer Bewertungsmethoden gehe, kann ich versichern, dass sie gründlich und genau sind. Diese Nachricht wird dich zweifellos erschüttern, vor allem, weil bereits ein anderer Osiris bei euch ist, der sich noch ans Leben klammert. Doch er ist es nicht, selbst wenn Ikora Rey ihre Identitätsbestätigung bereits durchgeführt hat. Ihre Bewunderung für ihren einstigen Mentor hat schon einmal ihre Fähigkeit getrübt, einen Schwindler zu erkennen, und es scheint noch einmal passiert zu sein. Es ist unter den Kabalen nicht üblich, auch einer angesehenen Anführerin eine 3. Chance zu geben, ihre Leute im Stich zu lassen.
Ich weiß nicht, welchen Zweck die Hexenkönigin damit verfolgt, euch eine komatöse Gestalt zu geben, die das Gesicht eures toten Verbündeten trägt, oder etwa zu welcher Bedrohung er werden könnte: etwa ein Abhörgerät, ein zukünftiger Maulwurf, eine lebende Bombe? Aber beachte: Als Savathûn Xivu Arath zu mir brachte, trug sie die Maske einer vertrauenswürdigen Ratgeberin. Was ihr in eurem Turm habt, ist kein Schatz – und ich vertraue darauf, dass ihr die Sache regelt, so wie es Kabale tun würden.
—Kaiserin Caiatl