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Heimat, Teil III

„Wer bist du?“ „Würde es was ändern, wenn ich dir einen Namen nenne?“ „Dein Geist hat einen tödlichen Fehler gemacht. Konnte ihn nicht schnappen, aber ich hab's auf der Anzeige bestätigt.“ „Was zur Hölle soll das? Glaubst du, ich bin einer von euch? Da irrst du dich aber gewaltig, Mann.“ „Und wieso bin ich dann so weit hier draußen auf jemanden gestoßen? Hier gibt's meilenweit kein Wasser und Essen.“ „Ich komme schon klar.“ „Ich habe Möglichkeiten, aus dir rauszubringen, was wir wissen wollen.“ „...“ „Die Kriegsherren-Kampagne in dieser Region ist nie bis ins südliche Tal vorgestoßen. Kennst du hier in der Nähe irgendwelche Siedlungen? Irgendwas, was sich im Tal oder in den Bergen versteckt? Sag's mir besser, sonst fange ich an zu schneiden.“ „Könnte sein, dass du was übersehen hast.“ „Du kommst mit mir. Ich wollte das Tal alleine auskundschaften, aber jetzt nehme ich besser ein paar Freunde mit.“ ** Germaines Hände zitterten, als die Kriegsherren—Erhobene, die das entdeckte Land erobert hatten—Judson eine Woche später mittags zurück nach Eaton brachten. Die halbe Stadt kam, um sie zu sehen. Einer der Männer trug eine rote Rüstung, die zur Beschreibung des Kriegsherren passte, auf den Dryden und seine Lords warteten. Es heißt, dass ein Erhobener, der gut gerüstet ist, eine ganze Armee vernichten kann. Zwei Erhobene können mit der entsprechenden Deckung für Geist-Unterstützung, unendlich lang unendlich viele Armeen bekämpfen. Sechs Kriegsherren stiegen im Zentrum der Stadt mit gezogenen Waffen der Reihe nach von ihren Maschinen. Sie ließen Judson vor sich auf die Knie fallen. Keine Fesseln. Er sah unverletzt aus. „Will irgendjemand diesen Wicht zurück?“, fragte der Rote Mann. „Ja, wir“, sagte Germaine. Die Leute stöhnten. Yu wollte zu Judson rennen, doch ihre Eltern hielten sie zurück. „Zuerst eine Frage“, sagte der Rote Mann. „Wo sind die Eisernen Lords?“ Wir haben einen ihrer Geister gesehen. So einen?“ Er tippte auf den mit Klingen versehenen Panzer seiner eigenen Drohne, die an ihm vorbeischwebte und die Leute fixierte. „Sie mischen sich immer gerne ein. Vielleicht haben sie euch geholfen ... etwas zu essen gebracht? Das würde erklären, wie ihr hier in dieser Ödnis überleben könnt. Aber ich garantiere euch, dass ihre Ziele nicht zu eurem Besten sind.“ Der Rote Mann schwieg und ließ seinen Blick durch die Menge schweifen, während sein Geist über ihm kreiste. „Die Eisernen Lords wollen die angestammte Ordnung zerstören. Und wir sind hier, um euch von ihnen zu befreien. Ihr steht ab jetzt unter unserem Schutz. Also ... Wo sind sie?“ Germaine schloss für einen Moment lang die Augen. Wenn sonst niemand sprach, würde er es tun. „Ja, es stimmt. Sie waren hier. Aber sie sind längst weg. Wir haben sie für die Vorräte bezahlt, dann zogen sie vor einer Woche weiter.“ „Sieh an ...“ Der Rote Mann hob seine Handfeuerwaffe und schoss Yus Vater in den Kopf. Die Menge zuckte auf und drängte sich zusammen, als der Mann nach hinten umkippte. Yus Mutter schrie vor Zorn, hielt aber ihr Kind weiter fest im Griff. „Ich schwöre es euch“, sagte Germaine und hielt den Atem an, als er darauf wartete, dass die Eisernen Lords in Aktion traten. Der Rote Mann hielt die Waffe oben und betrachtete aufmerksam die Leute. Die anderen Kriegsherren suchten mit feuerbereiten Waffen den Horizont ab. Judson nutzte die dramatische Pause als Gelegenheit, eine Gefallenen-Schockklinge aus einer der Maschinen der Kriegsherren zu ziehen. Er schrie triumphierend auf und enthauptete den gepanzerten Erhobenen der am nächsten zu ihm stand. Als der Körper umfiel, stieß er die Klinge der Länge nach dem Roten Mann in den Rücken. Ein dritter Kriegsherr riss Judson die Waffe aus den Händen, stach ihm mit einer Panzerhandschuh-Klinge in die Seite und schleuderte ihn nach hinten über die Maschinen. Nun brach um Germaine die Hölle los, als die Eisernen Lords plötzlich das Feuer von ihren Positionen in den umliegenden Hügeln eröffneten. Die Stadtbewohner verstreuten sich, während die gefallen Kriegsherren sich in gleißenden Säulen aus Licht wieder erhoben, die Waffen in ihren Händen zum Leben erwachten und Leuchtgeschosse spukten. ** Der Geist sah sich von hoch oben das Chaos an. Im Laufe der Zeitalter war er gut darin geworden, sich zu verstecken. Er war überhaupt sehr gut in den Dingen geworden, die sein Auserwählter ihn hatte lernen lassen. Weiter unten waren zwischen den Hütten und Schuppen überall Schüsse und Lichtexplosionen zu sehen. Die Bewohner flohen zwischen den Schüssen und den Flammen des Jenseits um ihr Leben, als die Eisernen Lords schließlich ihre Scharfschützenstellungen in den Hügeln verließen, um die Kriegsherren im Zentrum der Stadt zu stellen. Der Geist sah, wie ein Mann aus der Explosion eines fehlgeleiteten Sprengsatzes hervortrat und den Körper eines Kindes in den Armen hielt. Er lief hinter den vermeintlichen Schutz einer Hütte, kniete sich hin und hielt ein Ohr an das Gesicht des Mädchens. Sie wollte etwas sagen. Einer der gepanzerten Reiter auf dem Stadtplatz hob ein schweres Maschinengewehr und durchlöcherte ganz Eaton mit goldenen Geschossen. Der Geist konnte die Bewohner nicht mehr sehen, da das Maschinengewehrfeuer sein Sichtfeld mit einer großen Wolke aus Dreck und Staub verhüllte. Bald darauf sollten die gewaltigen, ohrenbetäubenden Explosionen folgen und der Geist stieg etwas höher auf. Er wartete noch lange, nachdem der Kampf aufgehört hatte und die überlebenden Erhobenen verschwunden waren, bevor er sich wieder nach unten begab. Er wusste nicht mal genau, welche Seite gewonnen hatte. Es spielte keine Rolle. Aus Tag war Dämmerung geworden.