Die Kunst der Symbiose
Eine Trance-Vorstellung der Dunkelheit, süß wie Honig, ein Leben, gebrochen durch das Auge eines anderen Betrachters, wie zersplittertes Licht. Als Beweis ihrer Existenz bleibt ein unvollständig übersetztes Datenfragment zurück.
… Wie dem auch sei, geliebtes Geschwisterteil, wenn du mich besuchen möchtest, solange ich noch diese (Form/Gestalt?) habe, musst du in den nächsten paar Zyklen nach Hause kommen. Es macht mir nichts aus, wenn du lieber warten möchtest, bis ich bei unseren Vorfahren unten im [unübersetzbar] eintreffe, aber das könnte zu einer völlig anderen Unterhaltung führen!
Ich freue mich aufrichtig darauf. In meinen nächtlichen Trancen höre ich noch immer aus weiter Ferne von unseren Eltern, unseren Großeltern. Und dann gibt es diese nektarsüßen Augenblicke – du weißt schon, wenn du deine Gedanken auf die Dunkelheit richtest und einfach nur lauschst, und die enorme Summe der dort eingravierten Qugu-Geschichte dunkel-tröstende Ratschläge reflektiert.
Ich habe mein Leben mit der dunklen Wärme unserer Vorfahren über mir gelebt, sie war wie (ein Umhang/eine Atmosphäre?) zwischen uns und dem Nichts. Sie ist anders – weit entfernt. Im Verlauf der letzten Zyklen habe ich gelegentlich vom Nektar getrunken und vorübergehend diese Gleichzeitigkeit von uns allen berührt, und mehr und mehr glaube ich, dass es Zeit für mich ist, ein Teil davon zu werden. Ich möchte die Wahrheiten erfahren, die unsere Vorfahren so schätzen, und nun bin ich an der Reihe, die Kinder der Zukunft anzuleiten.
Ich weiß, dass wir gestritten haben, als wir uns zuletzt darüber unterhielten. Du warst der Ansicht, ich würde mich zu schnell auf die Altersmetamorphose zubewegen, aber in Wirklichkeit glaube ich, dass du einfach nur zu lange nicht mehr zu Hause warst. Betrachte es nicht als mein Drängen, mit dem nächsten Abschnitt deines Lebens zu beginnen, betrachte es lediglich als …
Ich vermisse dich.
Seltsam, nicht wahr? Wie kann man jemanden vermissen, wenn man weiß, dass er immer in der Dunkelheit weilt? Ich schließe die Augen, und im warmen Nestfell des Schlafs weiß ich, dass du real und glücklich bist, irgendwo dort draußen in einem anderen Teil der Welt, weit entfernt vom Fluss, weit entfernt von der [unübersetzbar], wo unsere Vorfahren gemeinsam (träumen/existieren). Aber es ist nicht dasselbe, wie wenn du in meiner Nähe bist und ich weiß, dass deine Wahrheit unter denselben Sternen weilt. Wenn ich einfach (meinen Kopf/mein Gesicht/meine Blüte?) wenden und dich nach deiner Meinung fragen kann.
Liebes Geschwisterteil, komm nach Hause. Lebe in meinem Haus und lass mich wieder ganz in deiner Nähe (träumen/existieren), ob nun in dieser Gestalt oder in der neuen, die ich annehmen werde. Ich werde nicht so sein wie davor, aber wer von uns ist das je? Du bist auch nicht mehr so, wie du als Kind warst.
Ich werde dich immer liebhaben, egal in welcher Existenzform.