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Persönliche Verantwortung

ZUGRIFF: PRIVAT ENTSCHLÜSSELUNGSCODE: UNGÜLTIG BERICHT-NR: 005-LISBON AGENT(EN): LIN-357 BETR: Persönliche Verantwortung Ich kann diese Erinnerung noch immer nicht akzeptieren. Ich sehe sie mir wieder und wieder an, um endlich das eine Detail zu erkennen, das Zeichen, das bedeutet, ich kann sie endlich ruhen lassen. Aber das geschieht nicht. Ich sehe immer nur dasselbe. Mal für Mal, egal was ich versuche und mit welcher Absicht ich sie betrachte. Was geschehen ist, ist geschehen. Ich erinnere mich, dass ich alles vergessen wollte. Sie vergessen, sie alle, so dass es nichts mehr ausmachen würde, was ich getan habe. So dass es einfach nur ein früherer Einsatz wäre, so wie alle anderen auch. Ich habe mich lange deswegen belogen. Und etwas hat mir geholfen, zu vergessen. Und jetzt sehe ich sie hinter mir auftauchen, sehe, wie ich mich mit geladener Waffe umdrehe, und ich erinnere mich an alles. Und ich denke, nur hier kann ich sie noch einmal sehen. Also spiele ich es noch einmal ab, nur um ihr in die Augen blicken zu können. Ich weiß nicht, wie lange ich das jetzt schon so mache, wahrscheinlich ist es töricht von mir … aber nur noch ein einziges Mal. Noch ein Blick und ich werde mich selbst dann an sie alle erinnern, wenn ich wieder fort bin. Nur ein Blick noch. Ich weiß nicht, wie oft ich jetzt schon „nur noch ein einziges Mal“ gesagt habe. Habe ich überhaupt irgendetwas gelernt? Da war noch eine Sache … Ich schließe meine Augen. Denk nach. Was möchte ich jetzt am allerwenigsten? Ich atme tief ein. Ich erkenne den Geruch nicht. Ich erinnere mich an das letzte Mal, als ich herkam. Damals dachte ich nicht an den Zugriff auf Erinnerungen, sondern an die Architektur und wie sie einen ins Innere zog … Und dann wende ich mich von der unbeschönigten Wahrheit meiner schlimmsten Momente ab und gehe los. Mit keinem besonderen Ziel. Einfach nur … raus. Weg. Der Kristall und die Runen und der Eindruck von Schönheit verschwimmen um mich herum und jeder Schritt fällt mir schwerer, als liefe ich durch ein Moor und nicht auf festem Untergrund. Nebel raubt mir die Sicht und jetzt höre ich es: ein Flüstern, kaum wahrnehmbar, aber mit jedem Schritt lauter. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn mein Körper versagt, aber das ist mir egal. Ich werde so weit gehen, wie meine Beine mich tragen und dem Flüstern der Hexenkönigin lauschen, auf der Suche nach dem Sinn hier in dieser Liminalität. Piri weckt mich unter einem hoch aufragenden Gewölbe auf, und ich weiß wieder, was ich tun muss.