Die gute Seite einer schlechten Idee
„Zu diesem Zeitpunkt hatte mich der Vagabund so weit, dass ich mit seiner Idee einverstanden war, aber nur knapp. Ich fasse schon lange nicht mehr schnell Vertrauen.“
„Ich musste es erst noch verstehen. Musste begreifen, worauf er aus war oder was hinter ihm her war – das Überleben hängt davon ab, wie gut man weiß, was auf einen zukommt.“
„Das war, bevor ich zu dir kam – aber nur knapp. Das bin ich, wie ich die rauen Kanten glätte, bevor ich es riskiere, einen Vorschlag zu machen, von dem ich weiß, dass er eine Last mit sich bringt.“
„Wie auch immer, er und ich gingen raus, fanden eine Stelle, wo wir ungestört sein konnten, und er hat es mir gezeigt. Er zeigte mir Beweise, dass all seine Relikte, Artefakte, Schätze und Kram nicht nur Show waren – unser zwielichtiger Freund war tatsächlich da draußen gewesen und hat sich ein kleines Stück Hölle mit dem Lasso eingefangen.“
„Während die Hüter gegen die Besessenen in den Krieg zogen, während die neuesten Legenden der Stadt Aszendenten-Boden be- und Besessenen-Schädel eintraten, spielte der Vagabund den Warlock – was er nicht war, falls das nicht klar ist. Jedenfalls nicht nach normalem Verständnis. Er zog Stärke aus dieser Kuriosität und setzte Wissen ein, um das Verständnis seinem Willen anzupassen, und so hat dieser gerissene Bastard schon lange jegliche Klassenambitionen und die damit verbundenen Einschränkungen hinter sich gelassen.“
„Während ihr alle euren Spaß hattet, in Beute gebadet und auf den Leichen eurer Feinde getanzt habt – hat er beobachtet, gelernt, gestohlen und geplant.“
„Ich mache jetzt keine Versprechungen, dass das, was er getan hat, jemals für ein übergeordnetes Wohl gedacht war. Eigentlich bezweifle ich das, aber so ist es jetzt eben.“
„Er hat Vex-Technologie mit Gefallenen-Komponenten verbaut, Schar-Magie darauf angewandt und die Wissenschaft des Goldenen Zeitalters ausgeschlachtet, dazu eine Prise wasweißich, und dann hat er ...“
„Moment. Ich weiß, das klingt übel. Klingt nach genau der Art Ärger, die wir plattmachen, aber ...“
„Er hat eine Tasche einer Aszendenten-Ebene gesichert. Keine Thronwelt, nichts so Großes, aber groß genug, um an Materie gebunden zu sein – und er hat eine Armee in einen Käfig gesperrt. Eine Besessenen-Armee. Überbleibsel von Oryx‘ Herrschaft? Etwas Neues? Etwas Altes? Etwas ... von ihr? Kann ich nicht sagen. Keine Ahnung. Aber er hat sie da drin. Er sagt, um sie festzuhalten, zu studieren – aber man kann wohl davon ausgehen, dass seine Absichten nicht so rein waren.“
„Die Reinheit der Absicht mal beiseitegelassen, das ist es, was er mir zeigen wollte. Deshalb ist er hier – und sein Gambit. Er will der Menschheit helfen – uns Narren helfen, die wir uns Hüter nennen – zu lernen, wie man nicht nur die Besessenen kontrolliert, sondern auch die Mächte, die sie binden.“
„Klingt nach keiner guten Idee, sehe ich auch so.“
„Aber weiter gedacht? Manchmal sind schlechte Ideen die beste Option. Zum Teufel ...“
„Manchmal sind sie die einzige.“
—Beobachtungen eines Abtrünnigen über einen Vagabunden