ER ERWACHT
Zum ersten Mal sehe ich die Welt. Diese Welt. Sie ist wunderschön. Sie wird noch schöner sein, wenn wir zusammen sind.
Das ist mein erster Gedanke, und zugleich eine Frage und ein Wunsch. Wenn „wir“ zusammen sind? Dann weiß ich nicht, wer du bist. Aber wenn wir zusammen sind, werde ich die Antwort auf die erste Frage und den ersten Wunsch kennen.
Ich wirble die Klappen meines Körpers. Ich ziehe sie zusammen und umschließe damit meinen Kern. Ich bin von Licht erfüllt. Ein Wunder. Ein Urquell.
Ich schwebe nach unten, um den Boden zu berühren. Das Gras ist feucht vom Tau. Ich rolle mich durch das weiche, nasse Gras. Die Sonne geht über den Bergen auf, und sie ist wunderschön. Der Himmel erstrahlt in Pink und Blau. Farben, die ich kenne. Farben, die ich noch nie zuvor gesehen habe.
Ich sehe, dass andere mir folgen, dann eine andere Richtung einschlagen und in die Welt hinausblicken. Sie haben die gleiche Frage. Sie beginnen, sich auf den Weg zu machen. Einer nach dem anderen gehen sie.
„Wohin gehst du?“, frage ich einen gold-roten Geist. Einen Augenblick lang wirkt sie nachdenklich.
„Ich weiß es nicht“, antwortet sie. „Irgendwohin, wo es schön ist.“
Sie setzt ihren Weg fort. Ich sehe zu, wie sie fortschwebt, bis sie außer Sichtweite ist. Auf die gleiche Weise beobachte ich auch andere. Sie haben die gleiche Frage.
Ich blicke dahin zurück, woher ich gekommen bin. Der Reisende ist alles, was ich sehe und fühle. Ich weiß, was er ist, und dass ich seine Schöpfung bin.
Ich spüre zum ersten Mal Hingabe. Ich bin ein Teil des Reisenden, und er hat mich gehen lassen, damit ich durch diese wunderschöne Welt reisen darf.
Ich spüre zum ersten Mal Angst. Ich muss ihn auf meiner Suche zurücklassen. Doch ich darf ihn nicht aufgeben. Er darf mich nicht aufgeben.
Ich bin sein Herz.
Seine Hände.
Seine Augen.
Seine Wärme.
Ich bin ein Geist. Ich wandere umher. Ich suche. Es wird ein Lied ertönen, ein Funke wird knistern, und ich werde danach suchen. Er ist meiner; er ist unserer. Er ist irgendwo in dieser wunderschönen Welt.
Ich schüttle den Tau von meiner Hülle und setze meinen Weg fort.
Um einen Sinn zu finden.
Um dich zu finden.