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Kapitel 9: Die Rückkehr

„Was hast du getan?!“, schreie ich, während Mara Sovs lebloser Körper zu Boden sinkt. „Elsie, hör mir zu. Das war notwendig. Die Dunkelheit kann nicht gedeihen, solange es noch Gläubige des Lichts gibt. Es existiert eine Welt jenseits dieses Konflikts. Lass uns gemeinsam dort hingehen“, fleht Ana. „Nicht so!“ schreie ich und mache meine Stasis einsatzbereit. „Elsie, bitte, tu das nicht. Du kannst dich uns immer noch anschließen. Willst du nicht wieder einer Familie angehören?“ Nicht so. Nicht durch Tod und Verrat. Zavala hatte Recht in Bezug auf sie … Ich erinnere mich an das Versprechen, das ich gab. „Ich verzeihe dir für all die Jahre, die du mich im Dunkeln gelassen hast. Ich weiß, dass du nur versucht hast, mich zu beschützen. Lass die Vergangenheit ruhen. Wir können noch mal von vorne anfangen. Lass mich dich jetzt beschützen“, sagt sie mit einer Ernsthaftigkeit, die mir klarmacht, dass sie nicht mehr für vernünftige Argumente zugänglich ist. Anas Gesichtsausdruck verrät mir, dass sie weiß, wie ich dazu stehe. Es schmerzt sie aufrichtig, sie beißt sich auf die Zunge, um nicht laut loszuschreien. Ich versuche, meine Hand zum Angriff zu erheben, doch sie ist schneller. Ana greift an, sticht mich in die Seite und durchtrennt damit die Kernkomponenten. Mein linker Arm wird schlaff. Ich schaue auf und sehe, wie Eris ein Portal beschwört. Die Vex strömen hindurch. Unsere Armee aus Kabalen und Gefallenen wird abgeschlachtet. Vex-Hydras stürzen sich auf die Leviathan und eröffnen das Feuer. Wenn ich heulen könnte, würde ich es tun. Wir haben verloren. Schon wieder. Plötzlich ragt Eris über mir und grinst mich selbstzufrieden an. „Siehst du, wohin der Pfad der Selbstgerechtigkeit führt? Du nennst es Schutz, doch alles, was Ana fühlte, war Verlassenheit. Du hast eine Leere hinterlassen. Und die Dunkelheit füllte sie.“ „Du hast größere Probleme“, sage ich und blicke zum Himmel. Der Reisende stößt ein durchdringendes Geräusch aus. Seine Leuchtkraft schwillt weiter an. Alarmiert und irritiert befiehlt Eris ihren Truppen, sich darauf zu konzentrieren, ihn mit dunkler Energie zu vernichten. „Es hätte nicht so kommen müssen“, schreit Ana, während sie ein weiteres Mal mit dem Messer auf mich einsticht. „Du hättest dich mir anschließen können!“ Schließlich befreie ich mich von meiner eigenen Fessel und bombardiere sie mit Stasis. Sie fliegt nach hinten und erstarrt in der Luft. Ich beobachte, wie sie dagegen ankämpft. „Ana, sie hat dich verdorben!“ „Nein … Sie gab mir eine Bestimmung!“ Verdammt noch mal. Ich weiß, was ich zu tun habe. Ich küsse ihre Stirn, drehe ihre Klinge um und ramme sie in sie hinein. Sie reißt ihre Augen weit auf und ich erkenne einen Anflug meiner Schwester, bevor sie stirbt. „Elsie …“ Sie driftet in die Leere. Meine eigene Schwester … Dafür wird Eris bezahlen. Die von Eris manipulierte dunkle Energie überzieht die Landschaft und bahnt sich einen Weg in den Himmel. Ich sehe den Reisenden, der immer heller scheint, während die Dunkelheit ihn umschließt. Ich renne auf Eris zu, doch ich komme zu spät. In einer betörenden Explosion wird alles und jeder ganz und gar vom Licht des Reisenden eingehüllt. Dann herrscht Dunkelheit. Ich wache auf. Ich sehe einen Turm. DEN Turm. Ich bin in der Letzten Stadt. Sie … floriert. Ist lebendig. Kinder lachen. Es gibt eine kleine Parade. Ich kämpfe mich durch die Massen und treffe mittendrin auf Cayde-6. „Ich denke, dieses Mal habe ich ihn erwischt!“, ruft er, als ihn ein bartloser Zavala begrüßt. „Taniks war schon vorher tot“, sagt Zavala. Hinter ihm taucht Ikora Rey auf, wie eine Vision. „Lass der neuen Jäger-Vorhut ihren Erfolg. Er hat es verdient.“ Ich habe diese Szene so satt. Ständig diese Worte zu hören, seit dem Tag, an dem ich meine Schwester tötete. Das war das erste Mal, doch seither hat sie sich unzählige Male abgespielt. Egal, was ich tue, es endet immer auf dieselbe Weise. Mit Blut und Verrat. Und dann stehe ich wieder ganz am Anfang. Genau hier. Ich werde verspottet, bestraft. Gezwungen, diese Schleife immer wieder zu durchleben. Es muss einen Ausweg geben. Ich werde ihn finden. Ich muss meine Schwester retten.