Die Wette
Dein Schuhmacher-Philosoph hatte Recht, und das ist wichtiger als alles andere. Sorgen können den Tod nicht überleben und kommen erst nach der Geburt. Jene, die leben, haben einen moralischen Wert, und solche, die es nicht tun, haben nichts.
Denk darüber nach. Trauerst du um das, was nicht erschaffen wurde? Vermisst du jene, die niemals in einer Nation geboren wurden, die sich nie um eine Ideologie herum entwickelt hat, die sich nie jemand ausgedacht hat, auf einem Kontinent, der sich nie geformt hat? Nein!
Und von dieser offensichtlichen Wahrheit muss du deinen Blick auf die ultimative Offenbarung richten: Jene, die ihren eigenen Anspruch auf Leben nicht bewahren können, gehören nicht in die gleiche moralische Kategorie wie jene, die niemals existiert haben.
Existenz ist der erste und wahrhaftigste Beweis für das Recht zu leben. Jene, die keine Existenz beanspruchen oder bewahren können, verdienen sie auch nicht. Das ist die wahre und einzige Prophezeiung, ein Spiel, dessen Verlierer nicht nur vergessen, sondern nie geboren werden.
Das, was keine Existenz beanspruchen oder bewahren kann, ist nicht real. Niemand trauert um das Unwirkliche. Wieso solltest du dich darum kümmern? Es hegen? Es hüten?
Es war der Gärtner, der dich von den Toten auserwählt hat. Ich hätte das nicht getan. Dazu bin ich einfach nicht fähig. Aber nun, da er sich für dich einsetzt, bist du etwas unglaublich Einzigartiges und Besonderes. Dieser wandernde Flüchtling hat sich entschieden, nicht mehr wegzulaufen und seine Macht einzusetzen, um zu sagen: „Hiermit gebe ich mir Recht. Hiermit wette ich, dass die Leute sich entscheiden werden, ein sanftes, von Halmen umringtes Königreich zu bauen, wenn sie die Macht über die Physik erlangen und auf die absolute Freiheit vertrauen können. Und nicht der Versuchung erliegen. Und sich nicht in die Teilung ergeben. Und niemals dem Zynismus erliegen, der besagt, dass alle anderen so gut sind, dass ich es mir leisten kann, ein wenig böse zu sein.“
Der Gärtner hat alles auf eine Karte gesetzt. Es ist ihm ernst. Und er liegt falsch damit. Zumindest sehe ich das so: denn schließlich ist das Universum unentscheidbar. Es gibt kein Schicksal. Wir leben von jetzt auf gleich. Weder der Gärtner noch ich wissen genau, ob wir für immer und allgemeinhin Recht haben. Doch wir können nur das sein, was wir sind. Du hast eine Wahl.
Du bist das letzte Argument des Gärtners. Es würde mir alles bedeuten, wenn ich dich davon überzeugen könnte, dass ich der einzig richtige Weg bin.
Ich schätze dich wirklich sehr. Für den Gärtner bist du ein Mittel zum Zweck. Für mich bist du majestätisch. Majestätisch. Die einzige Sache, die wirklich wertvoll ist, erfüllt dich.
Ich bin, nach dem einzigen Maßstab, der zählt oder jemals zählen wird, das Siegerteam. Das Leben ist eine Prüfung, die die meisten nicht bestehen werden. Würdest du dich nicht zu den wenigen Siegern zählen?
Du brauchst dich mit deiner Antwort nicht beeilen. Ich komme vorbei und höre sie mir persönlich an.