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KONTRAST

[Bericht aus dem verschlüsselten VanNet-Router.] Ein weiterer rhetorischer Schachzug. Der Feind stellt sich selbst als Teil eines natürlichen Kreislaufs dar. Wie ein Wolf auf der Pirsch gehorcht er einfach nur seiner Natur. Wie können wir ihn dafür hassen? [Persönliche Aufzeichnungen, mit einem Messer in Schar-Leder geritzt.] Einige zynische Hüter, denen wahrer Verlust fremd ist, behaupten, der Reisende habe Hintergedanken und die Dunkelheit sei eine Naturgewalt. Sie verehren das Grau. Für sie ist die Grenze zwischen Richtig und Falsch so zart wie Seide und ebenso leicht zu zerschneiden. Narren. Das Böse ist real, selbst in einer grauen Welt. Es muss beim Namen genannt und bekämpft werden, sonst verschlingt es alles. Jene, die die Existenz des Bösen entschuldigen und leugnen, sind seine besten Verbündeten. Und jene, die seine Absichten als moralische Rechtfertigung fehlinterpretieren, sind seine liebsten Schachfiguren. Doch die Pyramide fordert mich heraus. Würde das Licht nicht die Dunkelheit zerstören, so wie die Dunkelheit das Licht zerstören würde? Warum bezeichnen wir eine Veränderung als „böse“, wenn sie natürlich und unvermeidlich ist wie die Winter auf der Erde oder die Sonnenflecken? Weil manchen Veränderungen widerstanden werden muss. Würden wir uns nicht auf den Winter vorbereiten, würden wir darin umkommen. Wir würden aufhören zu existieren. … und so ertappe ich mich jetzt selbst dabei, die Philosophie des Feindes als Rechtfertigung für meinen Widerstand gegen den Feind anzubringen. Eine nette kleine Falle. Ist der Winter böse? Er VERURSACHT Böses. Er bringt uns durch Knappheit und Schmerz dazu, böse Entscheidungen zu treffen. Doch der Winter ist das Resultat natürlicher Umstände. Selbst wenn er einen Verstand hätte, würde er sich niemals dafür entscheiden, ein endloser Sommer zu werden. Er würde uns immer verletzen, einfach dadurch, dass er er selbst wäre. Macht ihn das böse? Und würden wir Unterkünfte und Waffen aus Eis fertigen, wären wir dann böse? Das Überleben im Winter erfordert winterliches Handwerk. Das Überleben in der Dunkelheit erfordert … ein neues Verständnis von Gut und Böse. Eins, das sich nicht in moralischer Gleichgültigkeit verliert. Oder wir werden alle als Dredgens enden.