The Grimoire Archive
Grimoire Tracker Bücher

Heliotrop

Eris' Wohnung war eng und dunkel, und es roch so stark nach Weihrauch, dass der Vagabund kaum atmen konnte. Er saß allein da, die Ellbogen auf den Knien, und starrte auf das grelle grünliche Glühen ihres Ahamkara-Knochens. „Du weißt, was ich will“, flüsterte er. „Also mach schon.“ Nichts tat sich. Er nahm ihn in seine Hände und sein Mund verzog sich zu einem grimmigen Lächeln. Er hob ihn hoch, schüttelte ihn grob und hielt ihn dann dicht vor sein Gesicht. „Hörst du mich?“, zischte er. Immer noch nichts. Seine Schultern sanken herab. Er hielt ihn locker in der Hand, seine Augen waren geschlossen, und er dachte an sie. „Vorsicht damit“, ermahnte Sloane ihn von der Türschwelle her. Erschrocken blickte er auf. Einen Moment lang sah sie ihn mit festem Blick an, ihr Kiefer fest zusammengebissen. „So hat sie also gelebt?“ Der Vagabund antwortete nicht. Er stand auf und legte den Ahamkara-Knochen wieder auf den Tisch. Dann ging er zur Tür. Doch Sloane versperrte ihm den Weg. Er blickte ihr ausdruckslos in die Augen. „Wohin willst du? Wir müssen reden“, sagte sie mit fester Stimme. „Da gibt es nichts zu sagen“, antwortete er. „Oh, doch.“ Daraufhin trat er ein paar Schritte zurück. „Du kannst jetzt nicht weglaufen. Es steht zu viel auf dem Spiel. Die Stadt verlässt sich auf dich. Wenn du gebraucht wirst, musst du zur Stelle sein.“ „Habt ihr mir alle nicht schon genug zugemutet?“, murmelte er. „Du wirst nicht einfach so von hier abhauen.“ „Doch, das werde ich. Oder willst du mich etwa aufhalten?“ Sloane packte ihn am Kragen. Er hob provozierend das Kinn, sie ballte die Faust. „Das würdest du nicht wagen“, begann er, kurz bevor ihm die Faust mitten im Gesicht landete. Sloane ließ seinen Kragen los. Der Vagabund taumelte, bis er mit dem Rücken gegen die Wand stieß. Als er seine Nase berührte, zuckte er vor Schmerz zusammen und seine Fingerspitzen waren voller Blut. Dann grinste er mit rot gefärbten Zähnen. „Ist schon ein Weilchen her, dass ich mir so was eingehandelt hab“, sagte der Vagabund mit zitternder Stimme. Sein Lächeln verschwand. Er wischte sich mit der Hand über die blutige Oberlippe, gerade als sein Geist neben ihm erschien und ihn mit seinem roten Auge stumm anstarrte. Er stieß ihn aus dem Weg und verließ blutend den Raum. „Geh nicht zu weit weg“, rief Sloane ihm hinterher. Der Vagabund drehte sich nicht einmal um.