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Ob Windmühlen oder Kräne

Wir zogen los, „um das Unbekannte herauszufordern“, wie er immer sagte. Seine Mission sollte zur Legende werden—um Bestien zu besiegen und schreckliche Länder zu erobern. Seine Mission war ehrenhaft ... aber letzten Endes töricht. Nein, nicht letzten Endes. Viel früher. Der Fehler in seinem Eifer offenbarte sich, kurz nachdem wir das östliche Sumpfland durchquert hatten. Zunächst hielt ich seine Luftschlösser für verspielte Begeisterung—frivole Aggression ohne Konsequenzen, ein Mittel, um seine Konzentration und sein Können für die kommenden Gefahren zu verbessern. Doch schnell, oh, so unglaublich schnell, wurde mir klar, dass sein Verstand in einer anderen Realität lebte. Er war wie besessen—wurde von seiner Vorstellungskraft angetrieben. Wo jeder andere die zusammengefallenen Ruinen eines Krans aus der alten Welt sehen würde—der zerbrochene Arm knarrte im Wind—, sah er einen Dämon, und im schneidenden Schrei des schaukelnden Metalls glaubte er, das hungrige Gebrüll eines Monsters zu hören. Er hatte viel von den Abenteuern seines vergangenen Lebens gesprochen. „Ich bin eine Anomalie“, pflegte er zu sagen, „der einzige Hüter, dessen Vergangenheit ihn in diesem Leben führt.“ Er sprach so voller Leidenschaft und im Detail über dieses tote Leben, dass ich ihm nicht nur glauben wollte ... ich tat es. Doch als er den vom Alter zerfressenen Leichnam des Krans angriff, erkannte ich eine Wahrheit, die mich schon seit unserem Besuch im Wilden Wald vor einigen Monaten beschlichen hatte: Er war ein gebrochener Mann. Sein Verstand—gestört. Seine Wahrheiten—jenseits aller Fakten, befreit von der Realität. Er hatte den Wald benannt, ebenso wie die Heulenden Hügel, den Spalt des toten Mannes, das Labyrinth der Gorgone. Alle gewöhnlichen Landschaften bargen Gefahren, die es zu erobern galt, Feinde, die er besiegen musste, während er eine mythische Erzählung wob, geboren aus seinen eigenen—größenwahnsinnigen—Vorstellungen. In den Hügeln kämpfte er gegen Wölfe; er nannte sie Höllenhunde. Im Spalt verbrannte er die Überreste von vor langer Zeit verstorbenen „Überlebenden“; er nannte sie Fußsoldaten des Nekro-Königs. Im Labyrinth verwischte er seine Spuren, damit die Steinmutter ihm nicht folgen konnte. Er vollbrachte alle diese Taten und keine, weil keins dieser Dinge außerhalb seines schwindenden Verstands existierte. Die Wölfe waren einfach nur tollwütig. Die Knochen stellten keinerlei Gefahr dar und erinnerten uns nur an das, was wir verloren hatten. Das Labyrinth? Nur eine Schlucht—ein Weg hinein, ein Weg hinaus, einfach von A nach B. Als der Kran fiel und mein Hüter seinen „Todesstoß“ ausführte, lachte er und wandte sich mir zu. Seine Augen ... Ich konnte sehen, dass er fort war—der eine, den ich alle diese Zyklen zurückgebracht hatte, war nur noch eine Hülle voller Wahnsinn. Ich weiß nicht, was ihn gebrochen hat, oder ob er überhaupt jemals ganz war, doch in diesem Moment, als er sprach—der eroberte Leichnam des Sommerende-Drachens, der eigentlich kein Drache war, sondern nur ein zerbrechlicher alter Kran, lag besiegt hinter ihm—wusste ich, dass ich ihn gehen lassen musste ... um zu verhindern, dass er noch tiefer in den Wahnsinn abrutschte. „Panza, alter Freund“, begann er. „Der Drache ist besiegt, aber er verriet mir seinen Schatz mit einem Flüstern ... ein so düsteres Geheimnis, dass es uns alle retten könnte.“ Er beugte sich näher und sagte mit leiser Stimme, als würde er mir ein Geheimnis anvertrauen: „Der Reisende ist kein Geschenk—er ist eine Lüge ... Ein Signal für Tod und Zerstörung. Im Inneren sind Drachen, genährt von unserem Leid, entwöhnt von unserer Hoffnung. Alle Drachen müssen sterben. Die Hülle muss zerbrochen werden, bis der Dotter jene ertränkt, die seinen Verrat verehren. Unsere letzte große Eroberung. Der krönende Abschluss unserer Legende.“ Und dann rief er: „Um das Licht zu retten, muss der Reisende sterben!“ Er lächelte. Selbstbewusst. Manisch. Zwei Tage später stürzte er, als er den Bergtroll des Galgenfelsens herausforderte. Es war ein Felsbrocken. Es gab keinen Troll. Er zerquetschte ihn. Und auch wenn es mir großen Schmerz bereitete—noch bis heute—, habe ich ihn nicht zurückgebracht. Wie konnte ich das? Seine krankhafte Vorstellungskraft würde uns alle ins Verderben stürzen. —Panza, in Trauer über die bedauerliche Notwendigkeit, seinen Hüter nicht zurückzubringen