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Mettigel

Nkechi-32 liegt auf der Hülle ihres Schiffs und blättert durch Klatsch und Bergungslisten auf Vorhut.Net. Agu nestelt an der prächtigen Federkrause ihres Brustpanzers und blickt auf die Trümmer des Riffs. „‚Die neuen Schmelztiegel-Regeln sind Mist‘ blablabla. Wie kann so ein Käse an die dreihundert Kommentare haben?“, fragt sie und blättert um. „Wo ist das interessante Zeug?“ „Hey, da ist Mettigel“, sagt Agu und späht über eine von Nkechis riesigen Schulterplatten. Sie setzt sich sofort auf, Interesse leuchtet in ihren Augen auf. „Echt? Wo?“ Mettigel ist der Name, den sie einem sehr süßen, sehr ernsthaften Geist gegeben haben, der schon so lange sie sich erinnern können nach seinem Hüter sucht. Mettigel ist nicht sein richtiger Name, aber er fühlt sich richtig an, so wie wenn man Mara Sov bei ihrem vollen Namen nennt und nicht nur dem Vornamen. Agu lenkt Nkechis Aufmerksamkeit auf schwebenden Schrott. Und da ist er tatsächlich: ein kleiner Fleck, der sich mit akribischer Geduld über die Oberfläche eines aufgeschossenen Gefallenen-Skiffs bewegt. „Gehen wir Hallo sagen“, beschließt Nkechi und deaktiviert ihr Vorhut.Net-HUD. Sie kommt auf die Beine und beginnt mit einem lockeren Schwerelosigkeits-Parkour-Lauf, von einem Haufen Schrott zum nächsten springend und gleitend. „Hey, Kumpel!“, ruft sie, als sie nah dran sind. „Was machst du so?“ Mettigel beendet den Scan eines schwebenden Stücks Stahlbeton und dreht sich dann zu ihnen um. „Ich suche nach meinem Hüter!“, zirpt er . „Das ist ja nett. Glaubst du, dass du ihn in diesem Stein da findest?“ „Man kann nie wissen, Nkechi Zweiunddreißig. Vielleicht ist mein Hüter sehr klein“. „Vielleicht“, stimmt Nkechi zu. „Aber du solltest es in Erwägung ziehen, die Toten zu scannen. Diese Hülle ist ziemlich schick, ist die neu?“ Sie ist Riff-violett, mit einer blumenartigen Silhouette und Silberverzierung. „Ja! Ist sie. War ein Geschenk. Und danke für deinen Vorschlag. Ich habe ihn in Erwägung gezogen, ich scanne oft die Toten. Ich scanne auch andere Dinge. Ich bin gerne gründlich.“ Mettigel wippt höflich, es ist schon fast eine Verbeugung. „Bitte entschuldigt mich einen Moment!“ Er dreht sich um, um ein verzogenes Stück Plasstahl zu scannen. Sie sehen zu. Nkechi schüttelt den Kopf. „Oh, lass ihn in Ruhe“, flüstert Agu ihr ins Ohr. „Wenn er sich jedes einzelne Schrottstückchen im Riff vornimmt, wird er irgendwann jemanden finden. Der Himmel weiß, wie viele Leichen (und Leichenteile) hier herumfliegen ...“ „Ja, das haben wir auch gesagt, als wir ihn auf dem Mars gefunden haben, und das war vor dem Dämmerbruch“, antwortet Nkechi. „Tja, wenn man das bedenkt, sollten wir in ein paar Monaten wieder nach ihm sehen. Wer weiß, vielleicht hat er ja Glück und findet den größten Hüter aller Zeiten.“ „Ach Quatsch, DU hast ja den größten Hüter aller Zeiten gefunden.“