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Durch das Tor

Sie kriechen wie die Würmer bäuchlings durch die Mars-Wüste. Aktive Tarnponchos verwischen ihre Konturen. Die umherstreifenden Kabal-Ernteschiffe brummen am Horizont. In den letzten acht Stunden hat Jolyon Kabal-Infanterie mit seinem Gewehr ausgeschaltet und ist dem automatisch ausbrechenden Gegenfeuer ausgewichen. Uldren hat in geknackten Nachrichtendienst-Übertragungen gehört, dass mächtigere Waffen ins Feld geführt und eingesetzt werden. Die Kriegsmaschinerie ist entflammt und von Zorn angeschwollen. Jolyon berührt Uldrens Knöchel. Fingerspitzen-Trommelcode. Wie weit? „Fünfzig Meter“ flüstert Uldren. „Wenn die Vex wissen, dass wir hier sind, haben sie nicht—“ Die Luft prickelt. Infraschall-Dröhnen wühlt den Sand auf. Etwas Mächtiges erwacht über ihnen. „Schon gut“, murmelt Uldren. Die Vex haben jetzt reagiert. Er wirft seinen Poncho ab, erhebt sich mit Revolver und Ablenkungsgranate in der Hand, eine schreiende Herausforderung. Aus der Mars-Wüste vor ihnen ragt der schräge, ausgefranste Ring des Tors zum Schwarzen Garten, groß genug, um ein Gefallenen-Skiff zu verschlucken. Es bebt vor unendlicher Energie. Aus der Blendenöffnung kommt die kolossale Silhouette eines Vex-Tor-Lords, Metall und Geist prallen aufeinander, bauen sich selbst zusammen, bereit diesen geheimen Ort zu verteidigen. Die Vex sind hier geboren, im Sinne einer Taufe: dem Dienst geweiht, der nur dem schrecklichen Zweck dient, den die Maschinen im Innern gefunden haben. „Hey, Großer“, schreit Uldren. „Hier drüben!“ Ruhig und sorgfältig beginnt Jolyon Till, das Rückgrat, damit, mit seinem Gewehr in den Himmel zu feuern. Der Inhalt der großen Magazine seines Gewehrs ergießt sich über die Dünen. Der Tor-Lord türmt sich über ihnen auf. Uldren jauchzt und feuert ein paar Kugeln aus der Hüfte in den Sand vor seinen Füßen. „Kannst du tanzen?“, brüllt er. „Wie gut ist deine Beinarbeit?“ Innerhalb der Vex-Einheit erarbeiten mächtige Algorithmen ein Modell dieses bloßen temporalen Orts, berechnen potenzielle Gefahren, wägen den Nutzen einer Waffenentladung gegen den ab, den diese Macht anderswo erreichen würde. Diese Berechnung ist der einzige Grund, weshalb Uldren noch lebt. Das Knochenmikrofon, das auf Kabal-Nachrichtendienst-Kanäle eingestellt ist, erwacht an Uldrens Kehle. Sie haben das Geräusch von Jolyons Gewehr lokalisiert und reagieren. Er fängt an herum zu hüpfen und brüllt zu dem Koloss hoch „Es wird regnen auf dem Mars. In der Meridian-Bucht ist Monsunzeit! Hast du die Wettervorhersage gesehen?“ Er nimmt Jol bei der Hand und zieht. Gemeinsam sprinten sie in Richtung des Tor-Lords und seiner Ladung. Die Vex-Maschine muss wissen, was bevorsteht—sie muss aber auch die Gewissheit der Kabale gegen die winzige Möglichkeit, dass diese mikrobiotischen Partikel in den Schwarzen Garten gelangen, abwägen. Der Tor-Lord hebt eine Waffe, um sie auszulöschen. Sie rutschen auf die Schwelle des Tors und Uldren aktiviert die Ablenkungsgranate so hart, dass er sich fast den Daumen dabei bricht. Eine perfekte Kugel topologisch fehlerhafter Raumzeit blinkt um ihn herum auf. Er hält Jolyon nahe bei sich und gemeinsam fangen sie an, ruhiger zu atmen. Die Barriere ist undurchdringbar, sie wird aber nicht lange halten. Bis dahin gibt es nur begrenzt Atemluft. Außerhalb entlädt sich der volle Zorn der Kabal-Flottenträger auf den Tor-Lord. Als sich die Barriere auflöst, ist der Tor-Lord tot und Uldren und Jolyon befinden sich nicht mehr auf dem Mars.