Vor dem Tor | Teil I
Gib Uldren Sov die Gelegenheit, einen Hüter zu quälen, und er ergreift sie schneller, als du „Rasputin hat den Reisenden erschossen“, sagen kannst. Dies vergewissert er den Hütern, wann immer es ihm möglich ist. Er hasst die Stechfliegen des Reisenden, so wie jeder einen Haufen kindische Möchtegern-Götter mit Malbuch-Moral oder quengelnde substanzlose Nichtswisser hassen würde. Sie sind selbstgerechte, arrogante und herzlose Eindringlinge in ein System, das sie nicht verstehen müssen. Das hasst er am meisten: die Fähigkeit, sich durch die Welt zu bewegen, ohne sich darum zu scheren, wie sie funktioniert.
Also hat er den Hütern alles angetan, was man sich nur ausdenken kann—sie abgeschossen, umgeschossen, auf dem Untergang geweihte Missionen geschickt, ihre Geister in unerträglich stinkendes Selenophenol getaucht, Löcher gebohrt, um ihre unsäglichen Patrouillen-Signale in massivem Fels zu versenken, sie dazu gebracht, mächtige Waffen zu zerlegen.
Aber jedesmal, wenn er in ein Feuergefecht gerät, fragt er sich, wie es wohl sein muss, das ohne jeglichen blanken Horror zu tun.
„Jolyon“, zischt er, als der Goblin noch eine Schlaggranate zu ihm hinunter fallen lässt. „Jolyon, wo bist du?“
Nichts.
Die Detonation der Granate drückt Uldren auf die Ohren und drückt ihm das Ozon so stark in die Stirnhöhlen, dass er niesen muss. Der Goblin feuert, als er niest. Glasige Splitter geschmolzenen Sands prallen von seiner Deckung ab und platzen laut in der Luft. Er ist dreihundert Meter weiter oben. Hüter, gepanzerte Kabale und furchtlose Vex mögen auf kurze Distanz herankommen, bloße Sterbliche bleiben immer noch so weit auf Abstand, dass sie ihre Ziele kaum noch erkennen können. Das teuflische an den Vex ist, dass sie teleportieren. Uldren weiß nicht, ob er von einem oder von zehn Goblins festgenagelt wird.
Eine Kugel schlägt hinter ihm ein.