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Kapitel 12

Wie nervös – wie verängstigt – war ich, als sie mir sagten, er sei hier – zersplitterte Überreste, weiter nichts. Fast hätte ich geglaubt, dass mich das bloße Wissen – und dass ich niemandem, nirgendwo davon erzählen konnte – komplett in den Wahnsinn treiben würde. Aber man könne mir vertrauen, sagten sie. Ich könnte damit umgehen, sagten sie. Ich stimmte zu und beobachtete, wartete ab. Viele Nächte lang beobachtete ich aus der Ferne. Er würde mich nicht sehen, fühlen, kennen. Ich war entschlossen. Doch das war er auch. Bumm, ba-bumm, ba-bumm. Da hörte ich es, das regelmäßige, sanfte Schlagen. Eine stete Trommel, die mich rief, ihr zu folgen. Die Schädlinge, die Winde, sagte ich zu mir, gefangen in einer fatalen Vermutung. Ich wünschte mir, zu verschwinden. Doch sie sagten mir, dass sie mir vertrauten. Ich erwiderte, dass ich es schön schaffen würde. Auch sie waren überzeugt davon, und überließen mich meiner Wache. Das Geräusch kehrte zu mir zurück, immer und immer und immer wieder, bis es die Geduld verlor und anschwoll. Immer lauter füllte es mein Herz aus, aufbrausend und widerhallend … Ein pulsierender Herzschlag. Ich musste ihn sehen, fühlen, kennen. Ich wusste nicht, wie dieser Gedanke in meinen Kopf gelangt war, doch er blieb für immer dort. Ba-bumm, ba-bumm, ba-bumm. Ich legte meine Hand um seinen Behälter. Ba-bumm, ba-bumm, ba-bumm. Dort hielt ich ihn in meinen Händen und schrie in die dichte, dunkle Tiefe. —Ein Auszug aus „Das verlorene Herz“