Vers 3:3 — Feuer ohne Nahrung
Ich habe heute meine Schwester getötet.
Sie kam auf diesen Stern, um die Auslöschung allen Lebens hier zu veranlassen. Die Qugu sind eine starke Macht und ihre Flotten schützen vier benachbarte Sterne. Als Herdentiere sind sie loyal und stur. Doch sie zeigen Anmut.
In den Millionen Jahren der Evolution wurden die Qugu von einem Virus infiziert, so heimtückisch, dass er sich in ihr Genom schrieb. Dieser Virus bringt sie dazu, ihre Gliedmaßen riesigen, festgewachsenen Kiefer-Bestien zur Amputation darzubieten. Sie verehren diese Bestien und behandeln sie wie Götter. Der Virus verwandelt Qugu-Zellen in Eier, aus denen seltsame Kriechwesen schlüpfen, die dann in den Kiefer-Bestien leben. Die Kiefer-Bestien sondern im Gegenzug einen süßen Nektar ab, den die Qugu trinken, um dann brillante Visionen zu haben.
Savathûn und ihre Brut haben die Qugu von den Kiefer-Bestien befreit und damit auch von ihrer Existenz. Aber als sie die Arche-Schiffe der Qugu verfolgten, schritt ich ein, um das Schlachtschiff meiner Schwester und einiger ihrer Untertanen zu vaporisieren. Ich möchte eine Weile bei den Ruinen verweilen und Savathûn dafür bestrafen, dass sie es nicht geschafft hat, ihre Flanke zu schützen.
Sie sind wie wir, diese Qugu. An Symbiose gebunden.
Ich verspüre Freude und Trauer. Ich empfinde sie als gigantische Dinge, denn ich bin größer als mein Körper, mein Verstand ist nun ein eigener Kosmos. Ich kenne mehr Freude und mehr Kummer, als die gesamte Rasse der Qugu jemals erfahren kann.
Trauer, weil wir so viele getötet haben (alleine in diesem Jahrhundert 18 Spezies), und Freude aus dem gleichen Grund. Freude, dass wir diese Fäule ausgemerzt haben. Sie weggescheuert und das Universum gereinigt, bereit gemacht, sich auf die finale Form zuzubewegen. Wir sind ein Wind des Fortschritts. Wir reißen die Parasiten aus der materiellen Welt - denn wenn es keine Parasiten wären, könnten wir sie nicht töten und sie würden noch existieren.
Und was ist diese finale Form? Sie ist ein Feuer ohne Nahrung, das ewig brennt, den Tod tötet, eine Frage stellt, die ihre eigene Antwort ist, auf ewig sie selbst. Das ist es, wozu wir werden müssen.
Mein Wurm wird fett und hungrig. Ich füttere ihn mit ganzen Welten. Meine Astronomen sagen mir, dass sie die Tiefe selbst spüren können, und dass wir uns einen Weg zu ihr erobern.
Ich denke, Freude und Trauer werden schon bald eins sein. So wie Liebe und Tod.