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Rezyl Azzir - Endloser Krieg

Legendary card
10 points

Endloser Krieg

— Eksoris Hinterhalt —
Er stemmte seinen Fuß hart in den von der Sonne aufgerissenen Boden. Der Nacken des Vandalen stieß Äther aus, bevor er sich auflöste.

Rezyl drehte sich um. Drei Geächtete liefen auf ihn zu. Ihr Captain riss die Schockklinge in die Luft und stieß einen Kampfschrei aus, um ihren Mut zu entfachen.

Die Mündung von Rezyls Vollautomatischer spie fokussiertes Feuer aus. Die Geächteten gingen zu Boden.

Für den Captain war Rezyl eine Trophäe, die ihm den uneingeschränkten Respekt unter seinen Teufel-Brüdern einbringen würde.

Doch für Rezyl lag die Existenz des Captains bereits in der Vergangenheit. Während noch die harten Schläge Rezyls schwerer Fäuste den Äther aus dem Körper des Piraten trieben, hatte sich seine Aufmerksamkeit schon den unbekannten, doch unvermeidbaren Kämpfen, die ihm noch bevorstanden, zugewandt.

So war der Stand der Dinge; Konflikt war so allgegenwärtig wie die Luft zum Atmen.

— Begegnung im teskanischen Tal —

Eine Ketsch mit nicht vertrauten Markierungen hing tief zwischen zwei Gipfeln. Ein seltener Anblick. Gefallenen-Flaggschiffe schwebten normalerweise nicht so nah an der Oberfläche; sie bevorzugten stetige Bewegung, so wie Haie auf der Jagd.

Skiffe zogen unter der Ketsch ihre Kreise, während deren Crews sich bereitmachten, jegliche Schätze, die sich in der Einrichtung befanden, zu plündern.

Rezyl brachte seinen Raketenwerfer auf die richtige Höhe. Ein digitales Klingeln signalisierte die Zielerfassung, daraufhin raste eine Rauchwolke auf das Hauptskiff zu.

Zwei weitere Raketen folgten kurz darauf.

Das Hauptskiff wurde zweimal getroffen, geriet ins Schlingern und zog sich dann nach oben in Richtung Ketsch zurück.

Die dritte Rakete traf ein nachfolgendes Skiff, das im Begriff war, die Angreifer zu stellen.

Rezyl sah nach hinten. „Geht.“

„Du kannst nicht alleine mit einer Ketsch fertig werden“, lachte Hassa.

„Das Schiff ist nicht mein Ziel“, entgegnete Rezyl, der einen Plan hatte. Hassa hasste seinen Plan mit zu gleichen Teilen Neid und Sorge.

„Locke die Skiffe weg“, fuhr er fort. „Wir treffen uns— “

„Wir können uns nicht treffen, wenn du tot bist!“, schoss Tover zurück.

Rezyl lächelte hinter seinem Helm. „Geht schon.“

Hassa und Tover drosselten ihre Sparrows, um dann im dichten Wald zu verschwinden. Rezyl sah aus seinem Versteck zu, wie die Skiffe die Verfolgung aufnahmen.

Die Gefallenen darunter hatten Verteidigungsposition eingenommen. Der Raketenangriff hatte sie unvorbereitet getroffen, doch nun waren sie gefasst und zahlreicher, als er zählen konnte.

Rezyl rannte den Hang hinunter, bahnte sich einen Pfad durch den dichten Wuchs aus Gestrüpp und Pinien, geradewegs auf die Gefallenen zu, die sich am Fuße des Berges eingefunden hatten, seinen Geist immer an seiner Seite.

„Ich will, dass du zurückbleibst.“

„Äääh ...“

„Vertrau mir.“

„Immer.“

„Wie schnell kannst du mich zurückholen?“

„Erwartest du, zu sterben? Kann jetzt nicht behaupten, das ist das Beste— “

„Wie schnell?“

„Schnell.“

„Dann sei bereit.“

„Für?“

„Wirst schon sehen.“

Rezyls Geist fiel zurück, als der Hüter den Grund des Tals erreichte.

Umgehend eröffneten die Gefallenen Feuer.

Mit einem Satz sprang Rezyl von seinem Sparrow, bevor dieser sich wegteleportierte, Bleiladungen in die verschanzten Piraten schießend.

Die Arkusblitze der Gefallenen durchlöcherten Rezyl. Eifrige Geächtete rasten auf ihn zu und fanden den Tod, als er weiter voran marschierte.

Wenige Meter von dem Titan entfernt befand sich ein riesiger Explosionskrater. Die Ketsch hatte ihr Feuer auf Rezyl gerichtet.

Eine weitere Explosion zu seiner Linken erschütterte den Boden; er stolperte. Eine dritte Explosion direkt in seinem Weg ...

... und Rezyl ging zu Boden.

Sein Geist beobachtete von der Baumgrenze, wie die Gefallenen in Siegesjubel ausbrachen und ein Skiff aus der Ketsch hinabschwebte.

Der Kreis um Rezyls Körper lichtete sich, als die beeindruckende Statur des Kells vortrat, um seinen Preis zu begutachten.

Das aufgeregte Zischen legte sich zu einem Dröhnen, als der Kell Rezyls schlaffen Körper am Nacken hochhob.

Der Kell wuchtete Rezyl über seinen Kopf. Der Chor seiner Crew wurde lauter.

Rezyls Geist schnellte tief durch die Menge. Zwar mochte er Rezyls Plan nicht, doch zumindest verstand er ihn nun.

Abgelenkt durch den Triumph ihres Kells, bemerkte niemand die Anwesenheit des Geistes, bis ein Lichtstrahl über Rezyls Körper hinwegfegte.

Die Atmosphäre veränderte sich augenblicklich, Jubelschreie wurden zu wütendem Gebrüll.

Der Blick des Kells fiel auf den Geist, als der Lichtstrahl erlosch.

Der Kreis löste sich auf — die Gefallenen waren angriffsbereit.

Der Kell schickte sich an, Rezyl beiseite zu werfen, als sich kalter Stahl in die Unterseite des Kiefers des Marodeurs bohrte, gefolgt von einem roten Aufblitzen, als Rezyl den Abzug drückte.

Äther schoss zum Himmel wie ein wütender Geysir und der Griff des Kells lockerte sich. Rezyl stürzte zu Boden, nur um fünf weitere Runden in den Körper des Gefallenenanführers zu feuern. Das Monster fiel.

Rasend kam die Crew des Kells auf ihn zu.

Rezyls Geist erhob sich über dem Schlachtengetümmel und schrie außer sich: „Jetzt! Jetzt! Jetzt!“

In einer fließenden Bewegung erhob sich Rezyl mit geballten Fäusten, hoch und höher, während sich ein Sturm aus Arkus-Licht in ihm zusammenbraute, den er mit aller Macht auf der Brust des Kells entlud. Die Schockwelle von Rezyls Attacke schlug ein wie ein Meteor,
die Chaosfaust zerschmetterte nicht nur den Kell, sondern auch jeden Gefallenen innerhalb ihres Radius.

Die übrigen Gefallenen wankten und taumelten benommen umher.

Rezyl rief seinen Sparrow herbei.

Sein Geist flog heran: „Verschwinden wir?“

„Ja, bevor uns die Ketsch ins Visier nimmt.“

Rezyl stieg aufs Gas, als die Gefallenen das Feuer eröffneten.

„Lass uns das nie wieder tun“, bat sein Geist.

Rezyl musste nicht antworten. Wenn Krieg eine Konstante ist, dann ist „nie“ eine Illusion.

— In Verteidigung des Nordkanals —

Südwinde trugen den Rauch mit sich fort und begannen, die Luft zu klären.

Langsam trauten sich die Bürger der kleinen, verschneiten Siedlung aus ihren Verstecken.

Rezyl betrachtete ihre Gesichter — jedes einzelne erschöpft, doch nicht ohne Hoffnung.

Das Leben in der Wildnis war alles, das sie je gekannt hatten. Überleben. Kämpfen. Sich verstecken. Diese Leute hatten zwar die Erzählungen von Orten, die sicherer waren, gehört, doch solche Geschichten entsprachen selten der Wahrheit.

Rezyl und seine Gefährten waren diesen Gefallenen schon seit Wochen auf der Spur. Und wenn sie sie früher in die Finger bekommen hätten, wäre diese Stadt verschont geblieben. Dass es überhaupt Überlebende gab, die aus den Trümmern krochen und einen neuen Tag erleben konnten, war ein Sieg, doch Rezyl
war der kleinen Erfolge müde, egal wie viel sie bedeuteten.

Noch am selben Abend führten Rezyl und die anderen die Überlebenden auf eine lange Reise zur wachsenden Stadt unter dem Reisenden. Einige der Siedler blieben zurück und beschlossen, ihr Glück in der ungezähmten Wildnis zu suchen.

Rezyl, obwohl ihre Entschlossenheit bewundernd, blickte niemals zurück. Er wusste, dass der Tod, dem diese mutigen Pioniere an diesem Tag entgangen waren, sie einholen würde ... eines Tages.