Frei | Teil II
Sie bringen ihn mit einem kompletten Einsatztrupp herein. Einer der Scharfschützen schließt sich Uldren und seinen Bewachern am Extraktionspunkt an und blickt ihm direkt in die Augen, als wolle er eine Frage stellen. Ein großgewachsener Mann mit einem langen Gewehr. Enge, intelligente Augen. Ansehnlich. Ist er ... hat Uldren irgendwann einmal etwas von ihm gewollt? Etwas Wichtiges? Uldren reibt sich abwesend die Augen und starrt ihn an. Er runzelt die Stirn. Aber er kommt nicht drauf.
Sie bringen ihn zu einem abgelegenen Landedock auf den unteren Ebenen des Gefängnis der Alten. Als seine Eindämmungseinheit sich zischend öffnet, leuchtet im Nebel die Silhouette eines Exos mit leuchtend blauen Augen und einer Frau mit gezogener Waffe auf. Petra selbst.
Sie steht schweigend da. Er weiß, dass sie ihn töten will. Er weiß, dass sie ihm sagen will: „Das hast du gut gemacht“.
„Sie spricht mit dir?“ Ihre Worte sind barsch und direkt. „Was sagt sie?“
Uldren schließt die Augen und lässt Maras Stimme durch sich rauschen. Er ist hier im Herzen von Petras Stärke, im Gefängnis, das sie so sorgfältig hütete, als alles andere auseinander fiel. Er ist schwach und gefesselt. Das sind die Stärken, die seine Schwester nie besaß: das Aushalten der Erniedrigung, das Überleben der Niederlage.
„Sie sagt ...“ Er hebt das Kinn, um ihrem Blick zu begegnen, und sieht, wie sie zurückweicht. Sie behält ihn im Visier ihrer Waffe, während sie sich vorsichtig Schritt für Schritt zurückzieht. Der Exo tritt vor und stülpt ihm einen schwarzen Sack über den Kopf. „Sie sagt ...“
„Befreie mich.“