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Regentin

„Ich verstehe. Und deine Wolfschiffe?“ „Wurden alle zerstört, außer der Kaliks-Syn, und die ist stark beschädigt. Sie brennt jetzt für Pallas.“ „Und die Galioten?“ „Die, die am Außenposten geblieben sind, sind noch in gutem Zustand. Und wir haben bei Pallas noch ein paar in Reserve. „Wie viele?“ „Ähm … zwölf.“ „Und wie viele Schiffsmeister?“ „Das kann ich leider nicht sagen.“ „Verstanden. Setze Hallam auf die Zivilverteidigung an. Schicke Kamala und wen wir sonst noch haben auf eine Rettungsmission. Feindkonflikt sollte unbedingt vermieden werden. Wenn sie Überlebende finden, will ich sofort benachrichtigt werden.“ „Roger. Over und out, Commander.“ Das Funkübertragungslicht erlischt und Petra atmet tief durch, um sich zu beruhigen. Sie beugt sich nach vorne, um Schalter umzulegen und an Knöpfen zu drehen. Ihre Hände zittern. „Commander“. Sie hätte nie Commander werden sollen. Alles, was sie jemals wollte, war, Mara zu dienen und zu beschützen. Und jetzt war Mara Sov … Mara Sov war … Mara war am Leben; irgendwo war sie am Leben. Das hat sie versprochen! Petra übernimmt wieder den Steuerknüppel ihrer eigenen Galiote und nimmt Kurs auf die Wirrbucht. Sie schaltet durch die Funkkanäle, während sie fliegt: Die Schar überrennt den Außenposten, und die Schüler verlangen bei ihrer Evakuierung nach einer Eskorte. Devi ist verschollen. Ein Hüter-Sprungschiff nach dem anderen stürzt sich gegen das monströse Schar-Schiff, nur um sogleich von einer Art Verteidigungsschild abzuprallen. Zweihundert weitere Säer auf Pallas. Himmelsbrenner-Truppen sind im Anmarsch und bis an die Zähne bewaffnet. Wolf-Verbündete setzen sich ab. Devi wurde gefunden. Petra kann die Übertragung nicht ausschalten. Sie kann nicht aufhören, zuzuhören. Sie kann kaum atmen. Sie will umdrehen und ihr Schiff in die Mitte dieses Flaggschiffs fliegen. Sie würde am liebsten direkt in dessen hässlichen, glatten Rumpf krachen und im Moment ihres Todes voller Inbrunst schreien, dass das elende Biest sie hören kann und weiß, was für eine Gräueltat es begangen hat. Sie will glauben, dass Mara lebt, aber wie, wie, wie, wenn sie sie nicht spüren kann, wenn sie nicht jeden Schritt des verfluchten Plans kennt? Sie beginnt den Landeanflug auf Diebesmund in einem gefährlichen Winkel und saust knapp an den zusammengewürfelten Wracks der Wirrbucht vorbei. Die Luft ist schwer von Staub und Schmutz und glänzender, immaterieller Herold-Materie. Man kann kaum einen Klick weit sehen. Sie vertraut auf ihr Radar. Unbewusst hält sie ihren Atem an. Und dann sieht sie ihn: den Wachturm. Petra seufzt durch zusammengebissene Zähne. Da steht er … unversehrt.