The Grimoire Archive
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Liebe, alte Freundin

Hier hast du ein trauriges Buch. Lies es gründlich. Noch einmal zum Verständnis. Die Meere von Fundament. Die durchsichtigen Wellen spiegeln die Oberfläche. Wenn man seine Hand hineintaucht und sie wieder herauszieht, perlt daran eine Flüssigkeit herab, die so klar ist wie Glas. Tauche tief und alles wird schwerer, exponentiell und unausweichlich. Und in diesen Tiefen gibt es nur Druck und Dunkelheit, und alles, was es dort gibt, besteht aus nichts als dem, was es zum Überleben braucht. Welch Eleganz. Vielleicht verstehst du jetzt, warum wir die Tiefe so reizvoll fanden. Und der Himmel? Der elegante Bogen des Firmaments, die Farbe des Ozeans, der sich in ihm spiegelt. Wenn man hoch genug aufsteigt und weit genug fliegt – und genügend Ködersternen und Raubtieren mit Membranen ausweicht, die seicht im Wind treiben –, dann findet man auch dort Dunkelheit. Was kann in diesem leeren Raum zwischen den Sternen überleben? Nur das, was sich seinen Weg nach oben gekrallt hat. Der Himmel hätte fester nach uns greifen müssen, wenn er uns wirklich haben wollte. Jetzt verfüge ich über Licht im Überfluss: Es erfüllt die Leere in mir, wo einst ein Wurm in mir wohnte. Die unbedeutende Angelegenheit, bei der eine Erinnerung wiederhergestellt wurde, hat keinen großen Unterschied gemacht. Meine Natur ist in meine Form eingraviert, vom Chitin meines Brustkorbs bis in die Schuppen meiner Flügel. Wenn der Himmel und die Tiefe wirklich so verschieden sind, hätte mich dann meine Reise von der Dunkelheit ins Licht nicht auf irgendeine Art sanfter und gutmütiger machen müssen? Sag nichts. Wir beide kennen die Antwort bereits.