Einen Faden ziehen
Der Warlock sitzt summend am Pool und hält die Hände ins Wasser. Einige der einheimischen, wilden Poukas kommen und gehen, während die Zeit verrinnt. Sie stoßen gegen Finger oder springen voller Neugierde aus dem Wasser in die Luft und spritzen dabei herum. Dem Warlock macht das nicht wirklich etwas aus. Mit Dutzenden von Kreaturen, die jeder einzelnen Bewegung folgen, kann man sich unmöglich allein fühlen.
Vielleicht ist Meditation darauf ausgelegt, allein zu sein, aber das hier wirkt beruhigend.
Vor einem Jahr war der Warlock Teil eines Einsatztrupps, einer untrennbar eng miteinander verbundenen Gruppe aus sechs Leuten, die sich gegenseitig den Rücken gestärkt haben. Sie waren davon überzeugt, dass das bis zum Untergang der Sterne so bleiben würde.
Jetzt sitzt ein einziger Warlock inmitten eines Pouka-Schwarms in einer unmöglichen Siedlung auf einem wunderbaren Planeten. Die Sehnsucht nach diesem Gemeinschaftsgefühl ist groß …
Der Warlock spürt neben dem Wasser noch etwas anderes in den Händen, hebt sie vorsichtig und erstaunt aus dem Pool und findet Grün. Das gleiche Grün wie bei Strang, die gleichen parallelen Schnüre und spiralförmigen Schichten. Aber das hier scheint auch lebendig zu sein?
Es huscht über die Hand am Arm entlang bis zur Schulter und hinterlässt ein Gefühl von Wärme. Der Warlock hält inne, spürt die kleine Strang-Kreatur leicht an der Wange und wird dann Zeuge ihres plötzlichen Verschwindens. Nur ein zurückgelassener Hauch von Grün und ein Gefühl der Gesellschaft lassen erahnen, dass sie überhaupt da war.
Die Poukas scharen sich kurz darauf zusammen, piepsend und flatternd, und der Warlock kann nicht anders als loszulachen, selbst wenn das einige Kreaturen verscheucht. Eigentlich stand Meditieren auf dem Plan.
Aber Ziel war es gar nicht allein zu sein. Was für ein törichter Gedanke zu glauben, dass das überhaupt möglich sei, wenn man mit dem Netz verbunden ist, das Lebewesen zwischen ihnen allen gesponnenen haben. Der Warlock holt tief Luft und taucht beide Hände wieder ins Wasser, wo die Poukas und die kleinen grünen Augenblicke der Verbindung um sie herum schwärmen.
Es mag nicht alles gut laufen, aber so ist es besser. Nicht allein. Nie wirklich allein in dieser weiten Welt, in der alles miteinander verbunden ist.